Maishaartee wird aus den feinen Fäden am Maiskolben zubereitet. In der traditionellen Pflanzenheilkunde trinkt man ihn bei leichten Beschwerden beim Wasserlassen, um die Urinausscheidung anzuregen. Ärztliche Studien haben seine Wirkung kaum untersucht.
Du kannst den Tee zu Hause zubereiten. Er behandelt keine Harnwegsinfektion. Auch gegen Bluthochdruck, Wassereinlagerungen oder andere Erkrankungen ist seine Wirkung nicht belegt.
Welche Wirkung von Maishaartee ist belegt?
Laut Europäischer Arzneimittel-Agentur werden die Griffel und Narben des Maiskolbens traditionell verwendet, um leichte Beschwerden beim Wasserlassen zu lindern. „Harntreibend“ bedeutet, dass die Urinausscheidung angeregt werden soll. Die traditionelle Verwendung belegt jedoch nicht, dass der Tee eine Infektion heilt oder ihre Ursache behandelt.
Die Forschung reicht nicht aus, um eine klinische Wirkung sicher zu bestätigen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur sieht keine ausreichenden Belege für eine anerkannte medizinische Anwendung. Ein Entwurf der europäischen Monografie nennt die traditionelle Anwendung, ist aber noch nicht endgültig verabschiedet.
Auch die Hinweise auf eine mögliche Wirkung bei Bluthochdruck sind vorläufig. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2019 fasste fünf Studien zusammen, in denen die Teilnehmenden zufällig einer Behandlung zugeteilt wurden. Insgesamt nahmen 567 Personen teil. Die Ergebnisse ließen vermuten, dass Maishaartee zusätzlich zu Blutdruckmedikamenten wirken könnte. Die Studien hatten jedoch methodische Schwächen. Maishaartee eignet sich deshalb nicht als Ersatz für verordnete Medikamente oder als eigenständige Behandlung von Bluthochdruck.
Für weitreichende Versprechen bei Rheuma, Diabetes und Menstruationsbeschwerden gibt es keine belastbare klinische Grundlage. Das gilt auch für Gallenprobleme und Ödeme. Auch Aussagen zu Krebs- oder Herzschutz sind nicht ausreichend belegt.
Maishaartee zubereiten
Nimm getrocknete Maisgriffel und -narben, die als Tee angeboten werden. Der Entwurf der europäischen Monografie nennt als Zubereitung 2 bis 4 Gramm auf 200 Milliliter Wasser:
- Die Maishaare im Wasser aufkochen.
- Fünf Minuten köcheln lassen.
- Den Tee abseihen und frisch trinken.
Traditionelle Rezepturen unterscheiden sich. Diese Menge gilt nicht als allgemeine Dosierung. Der Monografieentwurf ist außerdem keine endgültige medizinische Empfehlung. Wenn auf der Packung andere Angaben stehen, halte dich an die Produktanleitung und frage bei Unsicherheit in der Apotheke nach. Wer den Tee wegen Beschwerden trinkt, sollte diese nicht über längere Zeit selbst damit behandeln.
Wann Maishaartee nicht geeignet ist
Während der Schwangerschaft und Stillzeit wird Maishaartee nicht empfohlen, weil es dazu nicht genug Sicherheitsdaten gibt. Auch bei Kindern unter zwölf Jahren wurde die Anwendung nicht ausreichend untersucht. Gib Kindern den Tee daher nicht ohne ärztliche Rücksprache.
Wer wegen einer Herz- oder Nierenerkrankung nur begrenzt trinken darf, sollte vor der Anwendung mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt sprechen. Bei der traditionellen Anwendung sollst du ausreichend trinken. Das kann bei einer ärztlich verordneten Trinkmengenbegrenzung problematisch sein. Es gibt nicht genug Daten zu möglichen Wechselwirkungen. Wenn du regelmäßig Medikamente einnimmst, sprich am besten mit einer Ärztin, einem Arzt oder in der Apotheke.
Bei Fieber, Krämpfen oder Blut im Urin solltest du medizinischen Rat einholen. Das gilt auch bei Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen und wenn sich die Beschwerden verschlimmern. Maishaartee behandelt solche Warnzeichen nicht.
